Dorsten, 05.05.2018, von Peter Boll

Der Sommer fängt gut an, pralle Sonne aber Dorsten ohne Strom und Wasser

Am Wochenende des 04.05.18 fand eine gemeinsame Ausbildung und Übung von Helfern und Helferinnen der THW Ortsverbände Hagen, Essen und Gladbeck/Dorsten auf dem Gelände des Munitionsversorgungszentrum West der Bundeswehr, sowie im Freizeitpark Maria Lindenhof in Dorsten statt. Ziel war die Vorbereitung auf einen Einsatz im Bereich des Ausfalls von kritischer Infrastruktur. Oftmals stehen bei einem solchen Einsatz die gewohnten Arbeitsbedingungen im Bereich der Unterkunft und Versorgung nicht mehr, oder nur eingeschränkt zur Verfügung, trotzdem wird die möglichst uneingeschränkte Einsatzfähigkeit erwartet. Daher diente das Wochenende der Intensivierung von Zusammenarbeit der eingeladenen Einheiten. Schnittstellen sollen erkannt, sowie Verständnis für verschiedene Herangehensweisen entwickelt werden um im Einsatz erfolgreich helfen zu können.

Insgesamt 83 Kräfte fanden sich in Dorsten ein um dies umzusetzen. Mit dabei waren Bergungsgruppen, die Fachgruppen Beleuchtung, Wasserschaden/Pumpen, Logistik und Teile der Fachgruppe Öl Typ C. Alle Einheiten wurden durch den Zugführer Jörg Prus mit seinem Zugtrupp geführt und für den reibungslosen Ablauf kümmerte sich der Stab des Ortsverbandes Gladbeck/Dorsten. Das gesamte Wochenende fand als eigenversorgtes Feldlager in Dorsten-Wulfen statt.

Ausbildungsschwerpunkte:

• Führung und Kommunikation im Einsatz

            • Koordinierung der Anfahrt von verschiedenen Teileinheiten in das Ausbildungsgebiet

• Aufbau und Betrieb einer Einsatzleitung

• Ablauforganisation der Langzeitausbildung

• Logistik im Einsatz, insbesondere die Zusammenarbeit OV-Stab mit der Fachgruppe Logistik

• Aufbau und Betrieb eines Feldlagers, insbesondere die Unterbringung in Zelten, Hygiene im Einsatz

• Aufbau und Betrieb einer Feldküche

• Feldmäßige Verpflegung von ca. 80 Helferinnen und Helfern mit Unterstützung einer Fachgruppe Logistik

• Errichten und Betrieb von externen Verpflegungsstellen

• Aufbau und Betreiben einer Feldwerkstatt durch die FG Logistik

• Transportleistungen von Verpflegung, Verbrauchsgüter und Material

• Darstellen der Leistungsmöglichkeiten einer FG Logistik

• Beleuchtung und temporäre Stromversorgung nach Ausfall kritischer Infrastruktur

            • Kombination verschiedener Stromerzeuger

• Stromverteilung an Einsatzstellen

• Beleuchtung von Einsatzstellen

• Arbeiten an und auf dem Wasser

            • Unterstützung durch Mehrzweckboote des THW

• Unfallverhütung am Wasser

• Bau einer Arbeitsplattform

• Wasserseitige Absicherung einer Arbeitsstelle

• Bau einer behelfsmäßigen Wasser- Arbeitsplattform

• Wasserförderung über lange Wegstrecke mit Grundlagen der Vermessung

            • Erstellung eines Höhenprofils zur Berechnung von Förderleistung beim Transport von Wasser über lange Westrecke

• Bau einer Wasserleitung aus Lanninger-Rohr

• Aufbau eines Sammelbehälters 15.000l

• Wasserentnahme aus offenem Gewässer

• Pumpentypen und verschiedene Antriebe der Pumpentypen

• Transport von Schmutzwasser über lange Wegstrecke

• Druckverstärkerpumpen

• Zwischenlagerung von Schmutzwasser in temporären Behältern

• Schnittstellen mit der Fachgruppe ÖL Typ C

• Verpflegung an der Einsatzstelle

• Hygiene im Einsatz

• Errichten und Betrieb einer externen Verpflegungsstelle

• Zusammenarbeit mit der Fachgruppe Logistik

 

Da am Samstag die Ausbildungsstellen in verschiedenen Dorstener Stadtteilen lagen, hatten die 4 Helfer des Zugtrupps einiges zu tun um den Übungsablauf zu koordinieren. Im Bereich Maria Lindenhof am Wesel-Datteln-Kanal baute die Jugendgruppe zusammen mit der Bergungsgruppe eine Arbeitsplattform aus Tonnen und Hölzern. Welche dann mit reichlich Manpower in den Kanal verbracht wurde.
Hierbei stellte der THW Ortsverband Essen 2 Boote mit Personal zur Sicherung der Arbeiten am Wasser zur Verfügung. Nachdem die Arbeitsplatform im Wasser fertiggestellt war, wurde diese mit ihrer Besatzung von den Booten über den Wesel-Datteln-Kanal geschoben.

Die Helfer der Wasserschaden/Pumpengruppe verpassten der Stadtkrone einen orangenen mit 15.000 Liter feinstem Kanalwasser gefüllten Kühlbeutel. Hierzu wurden mehrere hundert Meter Schlauch und auch Aluminium-Rohre verlegt, Zusatzpumpen dazwischengeschlossen und für entsprechende Stromversorgung gesorgt. Hierbei kam dann die Beleuchtungsgruppe aus Hagen wieder als Unterstützung in den Einsatz.

Während der Arbeiten im Bereich von Maria Lindenhof schwitzten die Köchinnen und Köche bei der Zubereitung des Mittagessens und des Kuchens  für den Nachmittag im Küchenzelt am Feldkochherd (FKH) – auch als Gulaschkanone bekannt.

Die Fachgruppe Logistik hatte neben der Verpflegung der eingesetzten Kräfte auch noch die Aufgabe, die Gerätschaften instand zu setzen, welche an dem Wochenende zu Schaden kamen und auch die Einheiten mit Betriebsstoffen zu versorgen. Auch dies funktionierte nach anfänglichen Verzögerungen, durch unterschiedliche Anschüsse, dann aber ohne Probleme.

Passend kam dann zu dem sehr sonnigen Tag in Dorsten zum Abschluß der Übung noch selbstgemachter Kuchen aus dem FKH auf den Tisch. Nach dieser Stärkung wurde dann alles wieder zurückgebaut und verlastet. Zurück im Feldlager wartete dann ein über den Tag gegrilltes Spanferkel auf die hungrigen Helfer und Helferinnen. Somit wurde der ereignisreiche Tag gesellig zu ende gebracht.

Am Sonntag mußte dann noch das Feldlager gemeinsam abgebaut werden. Nachdem das geschehen war verließen die einzelnen Gruppen den Lagerplatz in Richtung ihrer Ortsverbände.

Ein Dank nochmals an die Ortsverbände Essen und Hagen für die erfolgreiche Umsetzung des Konzepts.

 

 

 

 


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